Es handelt sich um einen Indikator, den Anleger nutzen, um das Risikoniveau und die Fähigkeit einer Anlagestrategie zu bewerten, Rückschläge abzufedern und gleichzeitig insgesamt Wert zu schaffen.
Im Bereich Venture Capital, wo Investitionen in junge und innovative Unternehmen getätigt werden, ist die Ausfallquote ein besonders wichtiger Indikator. Auch im Bereich Private Equity wird sie analysiert, wenngleich die Ausfallquoten dort aufgrund der Reife der finanzierten Unternehmen in der Regel niedriger sind.
Die Verlustquote verdeutlicht eine grundlegende Tatsache bei Investitionen in private Märkte: Nicht alle Investitionen sind erfolgreich, und die Wertentwicklung eines Portfolios hängt oft davon ab, inwieweit die besten Beteiligungen die weniger erfolgreichen ausgleichen können.
Wie berechnet man die Schadenquote?
Die Berechnung kann je nach verwendeter Methode variieren, doch im Grunde geht es darum, den Anteil der Investitionen zu ermitteln, bei denen ein Verlust entstanden ist.
Die vereinfachte Formel lautet:
Verlustquote = Anzahl der verlustbringenden Anlagen ÷ Gesamtzahl der Anlagen
Zum Beispiel:
• 100 finanzierte Unternehmen;
• 20 Investitionen, die zu einem Kapitalverlust geführt haben.
Die Schadenquote beträgt dann:
20 ÷ 100 = 20 %
In einigen Analysen wird zudem ein Ansatz verwendet, der sich eher auf die investierten Beträge als auf die Anzahl der Transaktionen stützt.
Warum ist die Schadenquote wichtig?
Die Loss Ratio ermöglicht ein besseres Verständnis der Wertschöpfungsdynamik einer Anlagestrategie.
Das Risiko eines Portfolios messen
Eine hohe Ausfallquote kann auf eine Anlagestrategie hindeuten, die auf jüngere, innovativere oder risikoreichere Unternehmen setzt.
Die Qualität der Auswahl bewerten
Die Verlustquote gibt Aufschluss darüber, inwieweit Anleger in der Lage sind, Unternehmen mit den besten Entwicklungsperspektiven zu identifizieren.
Die Diversifizierung analysieren
Ein breit gestreutes Portfolio kann dank der Wertentwicklung der erfolgreichsten Anlagen bestimmte Verluste leichter auffangen.
Schadenquote und Risikokapital
Die Loss Ratio wird insbesondere im Bereich Venture Capital verwendet.
Investoren finanzieren häufig Start-ups, deren Geschäftsmodell noch nicht vollständig ausgereift ist.
In diesem Zusammenhang:
- Manche Unternehmen verzeichnen ein starkes Wachstum;
- Andere stagnieren;
- Einige stellen ihre Tätigkeit ein.
Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass in Venture-Capital-Portfolios eine erhebliche Ausfallquote zu beobachten ist.
Die Gesamtperformance beruht in der Regel auf einer begrenzten Anzahl von Unternehmen, die in der Lage sind, eine erhebliche Wertschöpfung zu erzielen.
Schadenquote und Private Equity
Im buyout oder Growth Equity sind die finanzierten Unternehmen in der Regel reifer und verfügen bereits über:
- einer Finanzübersicht;
- einer festen Kundschaft;
- Eine gut strukturierte Organisation;
- mit einer besser vorhersehbaren Rentabilität.
Private-Equity-Strategien weisen somit historisch gesehen niedrigere Verlustquoten auf als im Bereich Venture Capital.
Dieser Unterschied lässt sich insbesondere durch den Reifegrad der ausgewählten Unternehmen und die Bedeutung der due diligence , die vor der Investition durchgeführt werden.
Bedeutet eine hohe Schadenquote eine schlechte Leistung?
Nicht unbedingt.
Die Schadenquote sollte stets in Verbindung mit anderen Leistungsindikatoren analysiert werden.
Beispiel aus dem Bereich Risikokapital
Ein Fonds kann mehrere Verluste verzeichnen und dennoch dank einiger Unternehmen, deren Wert stark gestiegen ist, eine hervorragende Gesamtperformance erzielen.
Beispiel aus dem Bereich Private Equity
Ein Fonds kann zwar eine niedrige Schadenquote aufweisen, aber dennoch nur eine mäßige Wertentwicklung erzielen, wenn die Unternehmen im Portfolio nur wenig Wert schaffen.
Die Verlustquote allein sagt also nichts über die Qualität einer Anlage aus.
Die Grenzen der Schadenquote
Er ist sich des Ausmaßes der Verluste nicht bewusst
Zwei Portfolios können dieselbe Schadenquote aufweisen, dabei jedoch sehr unterschiedliche Verlusthöhen verzeichnen.
Er misst die Gewinne nicht
Der Indikator konzentriert sich ausschließlich auf verlustbringende Investitionen und berücksichtigt nicht die Wertschöpfung, die durch die übrigen Beteiligungen erzielt wird.
Das hängt von der Strategie ab
Ein direkter Vergleich der Verlustquote eines Venture-Capital-Fonds mit der eines buyout angesichts der unterschiedlichen Risiken dieser Strategien in der Regel buyout sinnvoll.
Entstehungsgeschichte des Konzepts
Entwicklung im Bereich Risikokapital
Die Loss Ratio hat sich nach und nach als Referenzindikator für die Analyse der Wertentwicklung von Anlageportfolios in innovativen Unternehmen etabliert.
Professionalisierung des Private-Equity-Sektors
Mit dem Wachstum der privaten Märkte haben institutionelle Anleger ausgefeiltere Instrumente entwickelt, um die Risiken und die Wertentwicklung von Portfolios zu messen.
Heute
Die Schadenquote bleibt ein ergänzender Indikator, der neben dem IRR, des TVPI, dem DPI und anderen Leistungskennzahlen eingesetzt wird.
FAQ
Was ist eine gute Schadenquote?
Es gibt keinen Wert, der allgemein als gut oder schlecht angesehen wird. Die Bewertung hängt von der Anlagestrategie, der Branche und dem Entwicklungsstadium der finanzierten Unternehmen ab.
Ist die Ausfallquote im Bereich Risikokapital höher?
Ja, in der Regel. Die finanzierten Unternehmen sind jünger und weisen ein höheres Risiko auf als bei buyout Growth-Equity-Strategien.
Reicht die Verlustquote aus, um einen Fonds zu bewerten?
Nein. Er muss zusammen mit anderen Leistungsindikatoren analysiert werden, um einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse des Portfolios zu erhalten.
Warnhinweis: Investitionen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar.


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