Interview mit Jean-Baptiste Brian – Managing Partner & Co-CEO – Hg
Zusammenfassung
Jean-Baptiste Brian ist der Ansicht, dass es im Private-Equity-Bereich nicht zu einem abrupten Bruch kommt, sondern zu einer Beschleunigung eines bereits bestehenden Trends: dem Ende des rein opportunistischen Modells des „Deal Making“ und dem Aufstieg spezialisierter Akteure, die ihre Branchen genau verstehen und Unternehmen operativ begleiten können.Seiner Ansicht nach hat der Zinsanstieg einem historischen Leistungsmotor ein Ende gesetzt: der Ausweitung der Bewertungskennzahlen aufgrund sinkender Kapitalkosten. Zukünftige Renditen müssen daher stärker aus der tatsächlichen Transformation der Unternehmen stammen: Verbesserung von Produkten, Prozessen, Management, Kundenbeziehungen und Skalierung. Er rechnet mit einer Polarisierung des Marktes zwischen großen Multi-Asset-Plattformen, die auf globaler Ebene agieren können, und Branchenspezialisten mit hohem Mehrwert. Zwischenakteure ohne kritische Größe oder differenzierendes Fachwissen werden am stärksten gefährdet sein. Geografisch gesehen ist er trotz der politischen Turbulenzen weiterhin von den USA überzeugt, da diese ein überdurchschnittliches strukturelles Wachstum aufweisen. Europa bleibt strategisch wichtig, während Asien für Hg zu einer neuen Grenze werden könnte. Jean-Baptiste Brian betont zudem die zentrale Rolle von KI und Daten. KI verändert bereits die Methoden der Investition und Wertschöpfung, mischt aber auch die Karten hinsichtlich des Werts von Daten neu: Aggregierte öffentliche Daten verlieren an Wert, während proprietäre, einzigartige und verwertbare Daten noch strategischer werden.Schließlich sieht er weniger eine massive Konsolidierung unter den Private-Equity-Fonds als vielmehr eine natürliche Selektion durch die LPs, die diejenigen Manager bevorzugen werden, die in der Lage sind, nachhaltig in ihre Teams, ihre Infrastruktur und ihre Wertschöpfungskapazitäten zu investieren.









