Interview mit Scott Crabill – Managing Partner – Thoma Bravo
Zusammenfassung
In diesem Interview analysiert Scott Crabill von Thoma Bravo die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Softwarebranche und auf die Portfoliounternehmen des Fonds. Seiner Ansicht nach stellt die KI einen neuen bedeutenden technologischen Umbruch dar, vergleichbar mit früheren Wandlungen in der Softwarebranche: Mainframe, Client-Server, Internet, Mobilgeräte und schließlich die Cloud. Wie diese früheren Wellen dürfte sie den adressierbaren Softwaremarkt erweitern und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen beschleunigen.Die potenziellen Hauptgewinner sind etablierte Softwareanbieter, die über kritische Software, proprietäre Daten, fundiertes Fachwissen, komplexe Integrationen sowie hohe Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Governance verfügen. Diese Unternehmen können ihre bestehenden Produkte um eine agentenbasierte KI-Ebene erweitern und einen wesentlich größeren Teil der Arbeitsabläufe ihrer Kunden automatisieren.Umgekehrt sind die am stärksten gefährdeten Anbieter diejenigen, die keine differenzierenden Daten besitzen, nur einen kleinen Teil eines Geschäftsprozesses abdecken oder sich hauptsächlich auf einen leicht nachahmbaren technologischen Vorsprung stützen. Diese Akteure sind zwar weiterhin in der Lage, innovativ zu sein, doch ihre Wettbewerbsposition könnte anfälliger sein. Thoma Bravo ist der Ansicht, dass der Großteil seines Portfolios angesichts dieses Wandels gut positioniert ist. Der Fonds unterstützt seine Unternehmen aktiv durch seine Spezialisierung auf Software, seine Investmentteams, seine Operating Partner, den Austausch bewährter Verfahren und gezielte Akquisitionen von nativen KI-Anbietern. Ziel ist es, die Markteinführung von KI-Funktionen zu beschleunigen, die Vertriebsproduktivität zu steigern und die Entwicklungskosten zu senken. Das Interview hebt zudem die voraussichtliche Entwicklung der Preismodelle hervor. Der Preis pro Nutzer könnte schrittweise durch Modelle weichen, die auf Nutzung, Verbrauch oder erzielten Ergebnissen basieren, wodurch Softwarehersteller den durch die Automatisierung geschaffenen Wert besser nutzen können. Schließlich dürfte die KI den Vorteil privater Softwarehersteller stärken, die in der Lage sind, schnell zu handeln, eine Start-up-Mentalität zu bewahren und ohne den vierteljährlichen Druck der börsennotierten Märkte zu agieren. Für die führenden Softwareanbieter stellt sie somit sowohl einen Wachstumshebel als auch einen Motor für operative Effizienz dar.









