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Definition

DPI oder Distribution to Paid-In capital

Aktualisiert am
02
Von
Salma Moumen
Der DPI (Distribution to Paid-In Capital) ist ein Leistungsindikator, der im Private-Equity-Bereich verwendet wird, um den Betrag zu messen, der tatsächlich an die Investoren ausgeschüttet wird, im Verhältnis zu dem Kapital, das sie tatsächlich in den Fonds eingezahlt haben.
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Ausgedrückt als Vielfaches gibt der DPI Aufschluss über eine einfache Frage: Wie viel hat ein Investor bereits von seiner Investition zurückerhalten?

Im Gegensatz zu theoretischen Portfoliobewertungen basiert der DPI ausschließlich auf tatsächlich getätigten Ausschüttungen. Er ist daher einer der konkretesten Indikatoren zur Bewertung der Wertentwicklung eines Private-Equity-Fonds.

Warum ist die DPI wichtig?

Private Equity ist eine langfristige Anlageklasse, bei der ein Teil des geschaffenen Werts über mehrere Jahre hinweg unrealisiert bleiben kann.

Anhand des DPI lassen sich folgende Unterscheidungen treffen:

• Der bereits an die Anleger ausgeschüttete Betrag;

• Der noch in den Beteiligungen des Portfolios enthaltene Wert.

Aus diesem Grund schenken institutionelle Anleger diesem Indikator bei der Analyse der Wertentwicklung eines Fonds besondere Aufmerksamkeit.

Eine Nachverfolgung der durchgeführten Verteilungen

Der DPI ermöglicht es, den Anteil des investierten Kapitals zu messen, der bereits tatsächlich an die Anleger ausgeschüttet wurde. Im Gegensatz zu Indikatoren, die auf geschätzten Bewertungen basieren, spiegelt er ausschließlich tatsächlich erfolgte Ausschüttungen wider. Er ist somit ein besonders nützliches Instrument, um die Reife eines Fonds zu verfolgen und die bereits durch die Investitionen generierten Cashflows zu bewerten.
Anlagen sind mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden.

Wie berechnet man den DPI?

Die Formel lautet wie folgt:

DPI = Kumulierte Ausschüttungen ÷ Eingefordertes Kapital

Wo:

• Die kumulierten Ausschüttungen entsprechen den Beträgen, die bereits an die Anleger ausgezahlt wurden;

• Das eingezahlte Kapital entspricht den Beträgen, die die Anleger tatsächlich in den Fonds eingezahlt haben.

Beispiel für die Berechnung des DPI

Ein Investor investiert 100.000 € in einen Fonds.

Im Laufe der Zeit fordert der Fonds die gesamte Summe dieser Verpflichtung ein.

Nach mehreren Unternehmensverkäufen schüttet der Fonds 80.000 € an den Investor aus.

Die Berechnung lautet dann:

DPI = 80.000 € ÷ 100.000 € = 0,80x

Der Fonds hat bereits 80 % des investierten Kapitals zurückgezahlt.

Einige Jahre später beliefen sich die kumulierten Ausschüttungen auf 150.000 €.

Die neue Berechnung lautet nun:

DPI = 150.000 € ÷ 100.000 € = 1,50x

Der Investor hat nun das Eineinhalbfache seines investierten Betrags zurückerhalten.

Der Aufschwung der DPI

Der DPI hat sich mit dem Aufschwung des institutionellen Private-Equity-Geschäfts in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einem unverzichtbaren Indikator entwickelt. Große Investoren, insbesondere nordamerikanische Pensionsfonds, versuchten, den tatsächlich ausgeschütteten Wert von den noch theoretischen Bewertungen der Portfolios zu unterscheiden. Diese Unterscheidung führte nach und nach zur gemeinsamen Verwendung von DPI, RVPI und TVPI, die bis heute die wichtigsten Indikatoren zur Überwachung von Private-Equity-Fonds sind.
Quelle: Invest Europe, ILPA Reporting Guidelines.

Wie ist der DPI zu interpretieren?

DPI unter 1x

Der Fonds hat das investierte Kapital noch nicht vollständig ausgeschüttet.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Wertentwicklung unzureichend ist. Ein erheblicher Teil des Wertes kann nach wie vor in den Unternehmen des Portfolios liegen.

DPI gleich 1x

Der Anleger hat sein gesamtes eingezahltes Kapital zurückerhalten.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bieten die noch gehaltenen Beteiligungen ein zusätzliches Wertsteigerungspotenzial.

DPI höher als 1x

Der Fonds hat mehr als das investierte Kapital ausgeschüttet.

Der Überschuss entspricht dem Wert, der durch die bereits erfolgten Veräußerungen geschaffen und realisiert wurde.

DPI, TVPI RVPI: Was sind die Unterschiede?

Der DPI wird häufig zusammen mit anderen Leistungsindikatoren im Private-Equity-Bereich analysiert.

DPI (Ausschüttung auf das eingezahlte Kapital)

Erfasst nur die tatsächlich ausgezahlten Beträge.

RVPI (Restwert im Verhältnis zum eingezahlten Kapital)

Gibt den geschätzten Restwert der noch im Fonds gehaltenen Beteiligungen an.

TVPI Gesamtwert des eingezahlten Kapitals)

Addiert die bereits ausgezahlten Ausschüttungen und den Restwert des Portfolios.

Die Beziehung zwischen diesen Indikatoren ist wie folgt:

TVPI DPI + RVPI

Diese Komplementarität ermöglicht einen umfassenden Überblick über die Wertentwicklung eines Fonds.

Warum orientieren sich institutionelle Anleger am DPI?

Das DPI wird besonders geschätzt, da es auf tatsächlichen Cashflows und nicht auf Bewertungsschätzungen basiert.

Es ermöglicht insbesondere:

die Fähigkeit des Fonds zu bewerten, Ausschüttungen zu generieren

Ein hoher DPI zeugt von der Fähigkeit des Fondsmanagers, seine Beteiligungen zu veräußern und das Kapital an die Anleger auszuschütten.

Ausgereifte Fonds vergleichen

Wenn sich mehrere Fonds in einer fortgeschrittenen Phase ihres Lebenszyklus befinden, wird der DPI zu einem besonders aussagekräftigen Indikator für den Vergleich der tatsächlich erzielten Wertentwicklung.

die erwirtschaftete Liquidität zu analysieren

Der DPI misst direkt die Erträge, die auf den Konten der Anleger verbucht werden.

Die Grenzen des DPI

Er berücksichtigt den Restwert des Portfolios nicht

Ein neu aufgelegter Fonds kann einen niedrigen DPI aufweisen, obwohl er Beteiligungen mit hohem Potenzial hält.

Das hängt vom Reifegrad des Fonds ab

Fonds in der Anfangsphase weisen naturgemäß eine niedrige DPI auf, da bisher nur wenige Veräußerungen stattgefunden haben.

Er misst nicht, wie schnell Wert geschaffen wird

Der DPI gibt an, was ausgeschüttet wurde, berücksichtigt jedoch im Gegensatz zum IRR Interner Zinsfuß) nicht den Zeitfaktor.

Geschichte des DPI

Weiterentwicklung der Unternehmensberichterstattung

Mit dem Wachstum des institutionellen Private-Equity-Marktes in den 1980er- und 1990er-Jahren haben Investoren die Kennzahlen zur Bewertung der Fondsperformance nach und nach standardisiert.

Weltweite Verbreitung

DPI wird heute weltweit von Pensionskassen, Versicherern, Staatsfonds, Family Offices und privaten Anlegern genutzt.

Eine Referenz im Bereich Private Equity

Er gehört mittlerweile zu den wichtigsten Kennzahlen, die bei der Leistungsanalyse eines Private-Equity-Fonds herangezogen werden.

FAQ

Was bedeutet ein DPI-Wert von 2x?

Ein DPI von 2x bedeutet, dass der Fonds den Anlegern bereits das Doppelte des von ihnen tatsächlich eingezahlten Kapitals ausgeschüttet hat.

Garantiert ein hoher DPI-Wert eine gute Endleistung?

Nein. Auch wenn der DPI die tatsächlich ausgeschütteten Erträge misst, muss für eine umfassende Analyse eines Fonds auch der TVPI, der IRR der Restwert des Portfolios berücksichtigt werden.

Was ist der Vorteil von DPI gegenüber TVPI

Der DPI basiert ausschließlich auf tatsächlich ausgeschütteten Beträgen. Er hängt daher nicht von Bewertungsannahmen oder Schätzungen hinsichtlich der noch gehaltenen Beteiligungen ab.

Warnhinweis: Investitionen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar.

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