Definition

Jahrgang

Aktualisiert am
04
Von
Salma Moumen
Im Bereich Private Equity bezeichnet der Begriff „Vintage Year“ das Gründungsjahr eines Investmentfonds, d. h. das Jahr, in dem dieser beginnt, das von seinen Anlegern anvertraute Kapital zu investieren.
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Der Jahrgang ist ein grundlegender Anhaltspunkt für die Analyse und den Vergleich der Wertentwicklung von Private-Equity-Fonds. Er ermöglicht es, jede Investition in ihren wirtschaftlichen, finanziellen und marktbezogenen Kontext einzuordnen.

Zwei Fonds, die zwar dieselbe Strategie verfolgen, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgelegt wurden, können tatsächlich mit sehr unterschiedlichen Marktbedingungen konfrontiert sein, was sich auf ihre Anlagechancen und ihre künftige Wertentwicklung auswirkt.

Warum ist der Jahrgang wichtig?

Im Gegensatz zu börsennotierten Märkten erstrecken sich Private-Equity-Investitionen über mehrere Jahre.

Die Fonds investieren schrittweise in Unternehmen, begleiten diese anschließend und veräußern sie schließlich wieder. Das wirtschaftliche Umfeld zum Zeitpunkt der Investition spielt daher eine wichtige Rolle.

Der Jahrgang ermöglicht insbesondere:

  • Fonds zu vergleichen, die unter denselben Marktbedingungen investiert haben;
  • die Leistung eines Fondsmanager Vergleich zu seinen Mitbewerbern zu bewerten;
  • die Investitionszyklen im Private-Equity-Bereich zu analysieren;
  • Ein über einen längeren Zeitraum diversifiziertes Portfolio aufzubauen.

Leistungsvergleich und Diversifizierung

Anhand des Auflegungsjahres lässt sich ein Private-Equity-Fonds in den wirtschaftlichen und finanziellen Kontext seiner Auflegung einordnen. Anleger nutzen diese Information, um die Wertentwicklung von Fonds zu vergleichen, die unter ähnlichen Marktbedingungen investiert haben, und um über die Zeit diversifizierte Portfolios aufzubauen. Die Diversifizierung nach Auflegungsjahren ist eine seit langem etablierte Praxis institutioneller Anleger, um die Auswirkungen von Konjunkturzyklen auf ihre Anlagen zu mindern.
Anlagen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden.

Wie wird der Jahrgang eines Fonds bestimmt?

In den meisten Fällen entspricht das Jahrgang das Jahr des ersten Closings oder den tatsächlichen Beginn der Laufzeit des Fonds.

Zum Beispiel:

  • Ein Fonds, der 2025 aufgelegt wird, erhält den Jahrgang 2025;
  • Ein Fonds, der 2026 aufgelegt wird, trägt den Jahrgang 2026.

Dieses Datum bleibt dem Fonds während seiner gesamten Laufzeit zugeordnet, auch wenn die Investitionen über mehrere Jahre hinweg getätigt werden.

Warum sollte man Weine nach Jahrgang vergleichen?

Die Wertentwicklung von Private-Equity-Fonds hängt zum Teil vom Umfeld ab, in dem die Investitionen getätigt werden.

Bewertungsgrundsätze

Der Preis, der für den Erwerb eines Unternehmens gezahlt wird, kann je nach Zeitraum stark variieren.

Zinssatz

Das Finanzierungsumfeld wirkt sich insbesondere auf buyout - buyout LBO-Transaktionen aus.

Konjunkturzyklus

Wachstumsaussichten, Inflation oder das Marktvertrauen können sich auf die Anlagechancen auswirken.

Ein Vergleich von Fonds desselben Jahrgangs ermöglicht somit eine aussagekräftigere Analyse der Wertentwicklung.

Jahrgang und Leistung

Die Analyse nach Jahrgängen hat sich in der Private-Equity-Branche zum Standard entwickelt.

Institutionelle Anleger nutzen häufig Indikatoren wie:

  • IRR
  • TVPI
  • DPI;
  • net multiple.

Diese Kennzahlen werden häufig innerhalb eines Jahrgangs untersucht, um die Fonds mit der besten Performance unter vergleichbaren Rahmenbedingungen zu ermitteln.

Jahrgänge und Grand Cru

Die Verwendung des Begriffs „Jahrgang“ im Private-Equity-Bereich lehnt sich direkt an die Terminologie der Weinwelt an. Ähnlich wie bei einem Grand Cru kann das Gründungsjahr eines Fonds dessen Eigenschaften und zukünftige Ergebnisse beeinflussen. Diese Analogie hat sich nach und nach zu einem Branchenstandard entwickelt, da institutionelle Anleger die Wertentwicklung von Fonds anhand ihres Auflegungsjahres vergleichen wollten.
Quelle: Invest Europe, Cambridge Associates.

Warum sollte man verschiedene Jahrgänge mischen?

Institutionelle Anleger versuchen in der Regel, ihre Investitionen über mehrere Jahre zu streuen.

Dieser Ansatz bietet mehrere Vorteile.

Das zeitliche Risiko verringern

Es ist schwer, die besten Zeitpunkte für eine Investition vorherzusagen.

Konjunkturschwankungen abfedern

Die Fonds investieren in unterschiedlichen Marktumfeldern.

Ein ausgewogeneres Portfolio aufbauen

Durch die Streuung über verschiedene Jahrgänge lässt sich eine übermäßige Konzentration auf einen einzigen Anlagezeitraum vermeiden.

Diese Strategie wird häufig von Pensionskassen, Versicherern und großen institutionellen Anlegern angewendet.

Jahrgang und Dachfonds

Dachfonds legen besonderen Wert auf die Diversifizierung der Jahrgänge.

Durch die Auswahl von Fonds, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgelegt wurden, verfolgen sie folgende Ziele:

  • Risiken streuen;
  • die Einstiegsmöglichkeiten diversifizieren;
  • Die Auswirkungen von Marktzyklen abmildern.

Dieser Ansatz bildet eine der historischen Grundlagen für den Aufbau institutioneller Private-Equity-Portfolios.

Jahrgang und private Märkte

Der Begriff „Jahrgang“ beschränkt sich nicht nur auf Private Equity.

Sie wird auch in anderen Bereichen des privaten Marktes eingesetzt:

  • Privatverschuldung;
  • Infrastruktur;
  • Nicht börsennotierte Immobilien;
  • Sekundäre Fonds.

In jedem dieser Bereiche kann das Anlagejahr die Marktbedingungen und die künftige Wertentwicklung beeinflussen.

Die Grenzen der Analyse nach Jahrgang

Der Jahrgang erklärt nicht alles

Die Qualität des Fondsmanager ein wesentlicher Leistungsfaktor.

Die Strategien unterscheiden sich

Venture-Capital- und buyout desselben Jahrgangs direkt miteinander zu vergleichen, ist nicht immer sinnvoll.

Die Wertentwicklung unterliegt im Laufe der Zeit Schwankungen

Neuere Fonds verfügen in der Regel über eine kürzere Erfolgsbilanz als ältere Fonds.

Der Jahrgang ist somit ein wichtiges Analyseinstrument, muss jedoch mit anderen Bewertungskriterien kombiniert werden.

Jahrgang und Auswahl der Fondsmanager

Professionelle Anleger analysieren die Wertentwicklung einer Verwaltungsgesellschaft häufig über mehrere aufeinanderfolgende Jahre hinweg.

Dieser Ansatz ermöglicht insbesondere die Bewertung folgender Aspekte:

  • Die Beständigkeit der Leistungen;
  • Die Fähigkeit, verschiedene Konjunkturzyklen zu überstehen;
  • Die Stabilität des Investitionsprozesses.

Im institutionellen Private-Equity-Bereich wird die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse oft als wichtiger Qualitätsindikator angesehen.

Geschichte des Begriffs „Jahrgang“

Entwicklung des institutionellen Private-Equity-Marktes

Mit der Professionalisierung der Branche in den 1980er- und 1990er-Jahren begannen Anleger, Fonds nach ihrem Auflegungsjahr zu vergleichen.

Standardisierung der Berichterstattung

Fachdatenbanken nutzen zunehmend den Jahrgang als Referenzkriterium für die Leistungsanalyse.

Heute

Der Jahrgang ist eines der wichtigsten Kriterien beim Vergleich von Fonds und beim Aufbau diversifizierter Private-Equity-Portfolios.

FAQ

Was ist ein Jahrgang im Private-Equity-Bereich?

Der Jahrgang entspricht dem Jahr, in dem ein Investmentfonds aufgelegt wurde, und dient als Bezugsgröße für die Analyse seiner Wertentwicklung.

Warum streuen Anleger ihre Jahrgänge?

Um die Investitionen über mehrere Konjunkturzyklen zu verteilen und das mit dem Zeitpunkt der Investition verbundene Risiko zu verringern.

Kann man zwei Fonds aus unterschiedlichen Jahrgängen direkt miteinander vergleichen?

Ja, aber die Analyse ist in der Regel aussagekräftiger, wenn die Fonds aus demselben Jahrgang oder aus vergleichbaren Zeiträumen stammen.

Warnhinweis: Investitionen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar.

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