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Zeitwert / Fair Market Value

Aktualisiert am
03
Von
Salma Moumen
Der beizulegende Zeitwert (engl. „fair value“) entspricht dem geschätzten Preis, zu dem ein Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen sachkundigen, unabhängigen und unter normalen Marktbedingungen handelnden Parteien gehandelt werden könnte.
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Im Bereich Private Equity wird der beizulegende Zeitwert zur Schätzung des Wertes von nicht börsennotierten Unternehmen herangezogen, die sich im Besitz eines Investmentfonds befinden. Da diese Unternehmen nicht täglich an einer organisierten Börse gehandelt werden, muss ihr Wert anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt werden.

Der beizulegende Zeitwert dient somit als Maßstab für die Berechnung des Wertes eines Portfolios, die Verfolgung seiner Entwicklung und die Bereitstellung einer aktuellen Schätzung der Investitionen für die Anleger.

Warum ist der beizulegende Zeitwert wichtig?

Für nicht börsennotierte Vermögenswerte gibt es in der Regel keinen ständig beobachtbaren Preis.

Der beizulegende Zeitwert ermöglicht somit:

  • den wirtschaftlichen Wert der gehaltenen Beteiligungen zu ermitteln;
  • die Entwicklung eines Portfolios im Zeitverlauf zu verfolgen;
  • den Nettoinventarwert eines Fonds zu berechnen;
  • eine einheitliche und transparente Information der Anleger zu gewährleisten;
  • Die Wertentwicklung verschiedener Fonds oder Anlagezeiträume zu vergleichen.

Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Finanzberichterstattung von Private-Equity-Fonds.

Wie wird der beizulegende Zeitwert ermittelt?

Die Bewertung stützt sich auf mehrere Methoden, die von Fachleuten aus dem Bereich Private Equity anerkannt sind, sowie auf internationale Bewertungsstandards.

Die Wahl der Methode hängt insbesondere von der Branche, der Entwicklungsphase des Unternehmens und der Verfügbarkeit von Finanzdaten ab.

Der beizulegende Zeitwert – ein wichtiger Maßstab für die Überwachung der Entwicklung eines Private-Equity-Fonds

Der beizulegende Zeitwert ermöglicht es, den Wert eines Portfolios aus nicht börsennotierten Vermögenswerten zwischen zwei Liquiditätsereignissen zu schätzen. Er stellt eine wesentliche Referenz dar, um die Entwicklung eines Private-Equity-Fonds zu verfolgen, seinen Nettoinventarwert zu berechnen und eine regelmäßige Berichterstattung an die Anleger zu gewährleisten. Der beizulegende Zeitwert basiert auf anerkannten Bewertungsmethoden, stellt jedoch keine Garantie für den Preis dar, der bei einer zukünftigen Veräußerung erzielt wird.
Anlagen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden.

Marktmultiplikatoren

Bei diesem Ansatz wird das Unternehmen mit ähnlichen börsennotierten Unternehmen oder mit kürzlich erfolgten Transaktionen verglichen.

Die am häufigsten verwendeten Vielfache sind:

  • das EBITDA-Multiple;
  • Das Umsatzmultiplikator;
  • Das Betriebsergebnis-Multiple.

Diese Methode wird häufig bei buyout Growth-Equity-Transaktionen angewendet.

Vergleichbare Transaktionen

Die Bewertung stützt sich auf die Preise, die bei kürzlich getätigten Akquisitionen in derselben Branche erzielt wurden.

Dieser Ansatz ermöglicht es, die tatsächlichen Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Bewertung zu berücksichtigen.

Die Abzinsung von Cashflows

Bei der DCF-Methode (Discounted Cash Flow) werden die vom Unternehmen generierten zukünftigen Cashflows geschätzt und anschließend abgezinst, um ihren Barwert zu ermitteln.

Sie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn die Wachstumsaussichten klar erkennbar sind.

Der Preis einer kürzlich getätigten Transaktion

Wenn eine Investition gerade getätigt wurde, kann der gezahlte Preis eine relevante Bezugsgröße für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts darstellen, sofern keine wesentlichen Ereignisse die Lage des Unternehmens verändert haben.

Beizulegender Zeitwert und Private Equity

Der Begriff des beizulegenden Zeitwerts steht im Mittelpunkt der Funktionsweise von Private Equity.

Im Gegensatz zu börsennotierten Märkten, auf denen sich die Kurse ständig ändern, führen Private-Equity-Fonds regelmäßig Bewertungen durch, um den Wert ihrer Beteiligungen zu ermitteln.

Diese Bewertungen ermöglichen insbesondere:

den Nettoinventarwert des Fonds zu berechnen

Der Wert des Portfolios wird aktualisiert, um den Wert der von den Anlegern gehaltenen Anteile zu ermitteln.

Die Wertschöpfung zu messen

Anhand der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts lassen sich die Fortschritte der Unternehmen im Portfolio beurteilen.

für eine transparente Berichterstattung zu sorgen

Die Anleger werden regelmäßig über die voraussichtliche Entwicklung ihrer Anlagen informiert.

Eine Harmonisierung der Bewertungsmethoden

Mit der Entwicklung des institutionellen Private-Equity-Marktes in den 1990er Jahren wurde die Notwendigkeit, die Bewertungsmethoden für nicht börsennotierte Unternehmen zu vereinheitlichen, zu einem zentralen Thema. Diese Entwicklung führte zur Erstellung der IPEV-Guidelines (International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines), die heute von Verwaltungsgesellschaften weltweit in großem Umfang zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ihrer Beteiligungen herangezogen werden.
Quelle: IPEV-Guidelines.

Beizulegender Zeitwert und Verkaufspreis: Was ist der Unterschied?

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt.

Der beizulegende Zeitwert

Es handelt sich um eine Schätzung, die auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden erstellt wurde.

Der Verkaufspreis

Er entspricht dem bei einer Transaktion tatsächlich gezahlten Betrag.

In bestimmten Fällen kann der bei der Veräußerung eines Unternehmens erzielte Endpreis über oder unter dem zuvor geschätzten beizulegenden Zeitwert liegen.

Der beizulegende Zeitwert stellt daher keine Garantie für den künftigen Kurs dar.

Die Grenzen des beizulegenden Zeitwerts

Eine Schätzung, keine Gewissheit

Der beizulegende Zeitwert basiert auf Annahmen, Vergleichswerten und Bewertungsmethoden, die sich ändern können.

Sensibilität gegenüber den Marktbedingungen

Schwankungen bei den Zinssätzen, Bewertungskennzahlen oder den wirtschaftlichen Aussichten können sich auf die Bewertungen auswirken.

Ein fehlender beobachtbarer Preis

Bei nicht börsennotierten Unternehmen kann der geschätzte Wert von dem Preis abweichen, der bei einer tatsächlichen Transaktion erzielt würde.

Bewertungsstandards im Private-Equity-Bereich

Die wichtigsten Akteure im Private-Equity-Bereich stützen sich in der Regel auf die Empfehlungen der IPEV-Richtlinien (International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines).

Diese internationalen Standards zielen darauf ab, die in der Private-Equity-Branche verwendeten Bewertungsmethoden zu harmonisieren.

Sie tragen dazu bei, die Kohärenz und Vergleichbarkeit der Bewertungen zwischen den verschiedenen Fonds zu verbessern.

Entstehungsgeschichte des Begriffs des beizulegenden Zeitwerts

Entwicklung moderner Rechnungslegungsstandards

Der Begriff des beizulegenden Zeitwerts hat sich in den internationalen Rechnungslegungsstandards zunehmend durchgesetzt, um die wirtschaftliche Darstellung von finanziellen Vermögenswerten zu verbessern.

Der Aufstieg von Private Equity

Mit dem Wachstum der privaten Märkte wird der beizulegende Zeitwert zu einem unverzichtbaren Instrument für die Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen.

Heute

Sie ist eines der Grundprinzipien der Vermögensbewertung in der Private-Equity-Branche.

FAQ

Entspricht der beizulegende Zeitwert dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens?

Nicht unbedingt. Der beizulegende Zeitwert ist eine Schätzung, die auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt wird. Der bei einer Transaktion tatsächlich erzielte Preis kann davon abweichen.

Wer ermittelt den beizulegenden Zeitwert in einem Private-Equity-Fonds?

Die Verwaltungsgesellschaft führt die Bewertungen nach festgelegten Methoden und anerkannten professionellen Standards durch.

Warum verändert sich der beizulegende Zeitwert im Laufe der Zeit?

Sie spiegelt die Entwicklung der Unternehmensleistung, der Marktbedingungen, der Bewertungskennzahlen und der wirtschaftlichen Aussichten wider.

Warnhinweis: Investitionen sind mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar.

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