Laut dem „Global Family Office 2024“ der UBS macht Private Equity weltweit durchschnittlich 21 % der Portfolios von Family Offices aus. Diese Allokation verdeutlicht, welchen Stellenwert nicht börsennotierte Vermögenswerte heute in langfristigen Vermögensstrategien neben börsennotierten Aktien, Anleihen und Immobilien einnehmen.
Diese Entwicklung bedeutet jedoch nicht, dass Private Equity zum Hauptbestandteil eines Vermögens werden sollte. Wie jede Anlageklasse dient es spezifischen Zielen und ist Teil einer umfassenderen Überlegung zur Gestaltung einer Vermögensstrategie.
Welchen Stellenwert soll man ihm also einräumen?
Die Antwort hängt von zahlreichen Faktoren ab: Anlageziele, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf, Risikobereitschaft und die Gesamtzusammensetzung des Vermögens.
In diesem Artikel wird erläutert, in welchen Fällen Private Equity in einer Vermögensallokation seinen Platz finden kann, warum institutionelle Anleger diese Anlageklasse seit mehreren Jahrzehnten in ihre Portfolios integrieren und wie diese Anlageklasse die anderen Komponenten eines Portfolios ergänzen kann, ohne sie zu ersetzen.
Private Equity ist ein Bestandteil einer Vermögensstrategie, keine eigenständige Strategie
Die erste Frage, die man sich stellen sollte, lautet nicht: „Soll ich in Private Equity investieren?“, sondern vielmehr: „Welche Vermögensziele verfolge ich?“
Im Bereich der Vermögensverwaltungwird eine Strategie in der Regel in mehreren Schritten entwickelt.
Anleger legen zunächst ihre Lebensziele, ihren Anlagehorizont und ihre Liquiditätsanforderungen fest. Erst danach legen sie die Aufteilung ihres Vermögens auf verschiedene Anlageklassen fest.
Private Equity fügt sich in diesen Zusammenhang ein. Es ersetzt weder börsennotierte Aktien noch Immobilien, Anleihen oder liquide Mittel. Es stellt eine ergänzende Anlageklasse dar, die bestimmte Vermögensziele erfüllen kann, wennsie in eine diversifizierte Anlageallokation integriert wird.
Dieser Ansatz wird von institutionellen Anlegern verfolgt. Ihr Ziel ist es nicht, einer bestimmten Anlageklasse den Vorzug zu geben, sondern ein Portfolio aufzubauen, mit dem sie ihren langfristigen Verpflichtungen gerecht werden können.

Eine Allokation vor der Auswahl der Anlagen
Vermögen aufzubauen bedeutet nicht, einfach nur Investitionen zusammenzurechnen.
Es geht darum, eine stimmige Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen zu gewährleisten, wobei jede eine spezifische Rolle erfüllt: die Sicherung der Liquidität, die Erzielung von Erträgen, das Streben nach Kapitalwachstum oder die Diversifizierung der Quellen der Wertschöpfung.
Private Equity kommt in dieser Phase zum Einsatz, wenn die Ziele und Rahmenbedingungen des Investors bereits klar definiert sind.
Eine Denkweise, die der von institutionellen Anlegern ähnelt
Große institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften oder Family Offices legen zunächst stets ihre Anlagepolitik fest.
Sie legen insbesondere Folgendes fest:
- ihre langfristigen Ziele;
- ihren Anlagehorizont;
- ihren Liquiditätsbedarf;
- ihr akzeptables Risikoniveau.
Erst danach wählen sie die Anlageklassen aus, aus denen sich ihr Portfolio zusammensetzen soll, wozu auch Private Equity gehören kann.
Dieser Ansatz kann auch private Anleger inspirieren: Eine sinnvolle Vermögensaufteilung beginnt immer mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Vermögens, noch bevor die Auswahl der Anlagen erfolgt.
In welchen Fällen kann Private Equity in eine Vermögensstrategie integriert werden?
Private Equity verfolgt andere Ziele als andere Anlageklassen. Aufgrund seines langen Anlagehorizonts, seiner Illiquidität und seines Engagements in nicht börsennotierten Unternehmen kann es in bestimmten Vermögenssituationen eine sinnvolle Komponente darstellen.
Die Einbindung hängt insbesondere von der Gesamtstrategie des Anlegers, seinem bestehenden Vermögen, seinem Liquiditätsbedarf und seiner Fähigkeit ab, einen Teil seines Kapitals über mehrere Jahre hinweg zu binden.
Wenn der Anleger einen langfristigen Anlagehorizont hat
Private-Equity-Investitionen sind in der Regel auf eine Haltedauer von acht bis zwölf Jahren ausgelegt.
Dieser Zeitraum ermöglicht es den Beteiligungsgesellschaften, die Unternehmen bei ihrer Entwicklung zu begleiten, bevor sie deren Veräußerung in Betracht ziehen. Im Gegenzug setzt dies voraus, dass der Investor einen Teil seines Vermögens über mehrere Jahre hinweg binden kann.
Diese Anlageklasse eignet sich daher eher für Anleger, die langfristige Vermögensziele verfolgen, wie beispielsweise die Vorbereitung auf den Ruhestand, den Vermögensaufbau oder die Vermögensweitergabe.

Wenn der Bedarf an Diversifizierung besteht
Die Diversifizierung ist eines der Grundprinzipien der Vermögensverwaltung.
Durch die Einbeziehung nicht börsennotierter Unternehmen bietet Private Equity Zugang zu anderen Wertsteigerungs faktoren als die traditionellen Finanzmärkte.
Diese Komplementarität erklärt, warum institutionelle Anleger Private Equity seit mehreren Jahrzehnten neben börsennotierten Aktien, Anleihen, Immobilien und anderen privaten Anlagewerten in ihre Portfolios integrieren. Wie der „Global Private Markets Report“ von McKinsey hervorhebt, nehmen die privaten Märkte mittlerweile einen festen Platz in den Portfolios großer institutioneller Anleger ein.
Diversifizierung bedeutet nicht, die Anzahl der Anlagen zu erhöhen, sondern das Vermögen auf Anlageklassen zu verteilen, deren Entwicklung je nach Konjunkturzyklus unterschiedlich ausfallen kann.
Wenn der Liquiditätsbedarf vereinbar ist
Im Gegensatz zu börsennotierten Aktien können Private-Equity-Anlagen in der Regel nicht jederzeit wieder verkauft werden.
Diese geringere Liquidität ist eines der Hauptmerkmale dieser Anlageklasse.
Bevor man einen Teil seines Vermögens dafür einsetzt, sollte man daher unbedingt prüfen, ob der kurz- oder mittelfristige Finanzierungsbedarf bereits durch andere, leichter liquidierbare Vermögenswerte gedeckt ist.
Diese Analyse gehört zu den ersten Schritten, die Vermögensverwalter bei der Zusammenstellung eines Portfolios durchführen.
Wenn der Anleger ein Engagement in der Realwirtschaft anstrebt
Private Equity ermöglicht es, direkt in nicht börsennotierte Unternehmen zu investieren, die sich häufig in einer Entwicklungs-, Umstrukturierungs- oder Übergangsphase befinden.
Die Beteiligungsgesellschaften begleiten diese Unternehmen über mehrere Jahre hinweg, um ihr Wachstum, ihre internationale Expansion, ihre Unternehmensführung oder ihre Akquisitionen zu unterstützen.
Für manche Anleger stellt dieses Engagement in der Realwirtschaft eine interessante Ergänzung zu ihren Anlagen an den börsennotierten Märkten dar.
Welchen Anteil sollte Private Equity im eigenen Vermögen einnehmen?
Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Die Rolle von Private Equity hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter insbesondere:
- die Vermögensziele des Anlegers;
- sein Anlagehorizont;
- seine Risikotoleranz;
- seinen Liquiditätsbedarf;
- die Zusammensetzung seines bestehenden Vermögens.
Aus diesem Grund orientieren sich Vermögensverwalter in der Regel an der Gesamtallokation, anstatt für alle Anleger einen identischen Prozentsatz anzustreben.
Zwei Vermögenswerte von gleichem Wert können somit je nach den verfolgten Zielen sehr unterschiedliche Allokationen aufweisen.
Eine Komponente unter vielen bei der Vermögensaufteilung
Private Equity ergänzt die anderen Anlageklassen.
Er ersetzt weder liquide Mittel, die den Liquiditätsbedarf decken, noch börsennotierte Aktien, die ein liquides Engagement an den Finanzmärkten ermöglichen, noch Immobilien, die oft spezifische Vermögensziele verfolgen.
Jede Anlageklasse erfüllt innerhalb eines Vermögens eine bestimmte Funktion.




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