Interview Jean-Baptiste Brian - Partner Hg
Zusammenfassung
In diesem Interview analysiert Jean-Baptiste Brian, Partner bei Hg, die Entwicklung der Softwarebranche und ihre wachsende Attraktivität für Private-Equity-Investoren. Lange Zeit als zu eng, zu technologieorientiert oder zu stark von Fachkräften abhängig angesehen, hat sich die Softwarebranche dank ihrer Beständigkeit, ihres Wachstumspotenzials und ihrer Widerstandsfähigkeit zu einem der begehrtesten Sektoren im Non-Listed-Bereich entwickelt.Eine der wichtigsten strukturellen Veränderungen ist der Übergang vom Lizenz-Wartungs-Modell zum Abonnementmodell. Diese Entwicklung hat die Ertragssicherheit und die Solidität der Geschäftsmodelle gestärkt, insbesondere bei kritischer Software, die täglich von Unternehmen genutzt wird. Der Sektor verzeichnete zudem ein Wachstum, das weit über den Erwartungen lag, insbesondere in Europa, wo zahlreiche Softwarehersteller zu global bedeutenden Akteuren geworden sind. Die Branchenspezialisierung stellt einen entscheidenden Vorteil für Investitionen in Software dar. Sie ermöglicht ein besseres Verständnis der Marktdynamik, hilft, bereits beobachtete Fehler zu vermeiden, und unterstützt die Führungskräfte mit konkretem Fachwissen. Bei Hg stützt sich diese Spezialisierung zudem auf ein internes operatives Team, insbesondere in den Bereichen Cybersicherheit, Cloud und künstliche Intelligenz, das die Portfoliounternehmen bei ihren Transformationsherausforderungen begleitet. Der Übergang zur Cloud bleibt ein Hebel für die Wertschöpfung, auch wenn der Fortschritt je nach Branche variiert. Stärker regulierte oder industrielle Märkte können noch einen Rückstand aufweisen, während bestimmte Software bereits weitgehend in der Cloud verlagert ist. Künstliche Intelligenz stellt sowohl eine Chance als auch eine Bedrohung dar. Sie kann die Produktivität steigern, F&E beschleunigen, den Kundensupport optimieren und die Modernisierung des Codes erleichtern, könnte aber auch wenig differenzierte Software anfällig machen. Für Hg sind die am besten positionierten Softwareprodukte diejenigen, die funktionale Tiefe, kritische Bedeutung und Zugang zu strategischen Daten vereinen. Diese Merkmale dürften mit KI noch entscheidender werden. Die hohen Bewertungen der Branche bleiben gerechtfertigt, solange das Umsatz- und Gewinnwachstum solide ist, doch könnte KI langfristig die Kluft zwischen unverzichtbarer Software und eher einfachen Lösungen vergrößern.









