Interview mit Antoine Levy, Wirtschaftswissenschaftler – Berkeley
Zusammenfassung
Antoine Levy, außerordentlicher Professor in Berkeley und Absolvent des MIT, zieht eine unumwundene Bilanz: Der Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand verschlechtert das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern derart, dass den Erwerbstätigen Beiträge in Höhe von fast 28 % auferlegt werden, die jedoch nicht ausreichen, um Ausgaben in Höhe von etwa 14 % des BIP zu decken. Daraus leitet er die Idee eines zweistufigen Modells ab: eine umverteilende Grundsicherung, die sich auf die Armutsbekämpfung konzentriert, und darüber hinaus eine kapitalgedeckte Säule, die es jedem ermöglicht, sein Sparverhalten im Laufe seines Lebenszyklus anzupassen. Die Instrumente dafür gibt es bereits, erinnert er: Der „Plan d’Épargne Retraite“ (Rentensparplan) ist eine exakte Kopie des amerikanischen 401(k)-Modells. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders, nämlich in der verfügbaren Sparfähigkeit und in der Ausrichtung dieser Ersparnisse auf langfristig ertragreiche Anlagen.
Genau hier kommt Private Equity ins Spiel. Es eröffnet den Zugang zu Wirtschaftssegmenten, die an den börsennotierten Märkten nicht vertreten sind – mit Schwerpunkt auf KMU, mittelgroßen Unternehmen und Wachstumsunternehmen – und ermöglicht es diesen Unternehmen, die Kapitalmärkte zu erschließen, von denen sie aufgrund der hohen Fixkosten einer Börsennotierung bisher ausgeschlossen waren. Antoine Levy sieht darin einen Wachstumsbeschleuniger und einen Hebel, um europäische Marktführer hervorzubringen – vorausgesetzt, man fördert die Finanzbildung und stärkt den Wettbewerb zwischen den Vermögensverwaltern.
Die anderen Folgen der Serie
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