Kreislaufwirtschaft: Vinted überschreitet die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro und bringt den traditionellen Handel ins Wanken
„Damit Secondhand zur ersten Wahl wird, müssen wir kosteneffizient, zuverlässig und benutzerfreundlich sein. Dazu müssen wir ein umfassendes Ökosystem für den Austausch zwischen Privatpersonen aufbauen, das den Nutzen für die Nutzer maximiert“, erklärt Thomas Plantenga, CEO von Vinted.
Im Jahr 2025 bestätigen die Zahlen auf eindrucksvolle Weise den Erfolg dieser Vision. Die Mitglieder der Second-Hand-Plattform haben Produkte im Wert von fast 11 Milliarden Euro gehandelt und damit einen rasanten Anstieg von +47 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Diese Dynamik ermöglichte es dem litauischen Einhorn, einen historischen Meilenstein zu erreichen und einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro zu erzielen – das sind 38 % mehr als im Vorjahr.
Die beiden Säulen einer globalen Expansion
Dieser historische Aufschwung beruht auf einer klaren Strategie, die sich auf zwei Hauptschwerpunkte stützt:
- Geografische Präsenz: Das Unternehmen hat seine Präsenz weiter ausgebaut und sich in Lettland, Slowenien und Estland etabliert. Gleichzeitig hat es massiv in seine Schlüsselmärkte wie Deutschland, Portugal und Spanien investiert, indem es seine Abholboxen „Vinted Go“ und seine sichere Zahlungslösung „Vinted Pay“ operativ eingeführt hat. Schließlich hat sich die Plattform einen riesigen strategischen Markt erschlossen, indem sie offiziell in den Vereinigten Staaten Fuß gefasst hat.
- Diversifizierung des Angebots: Vinted, das ursprünglich als Plattform ausschließlich für Secondhand-Mode gegründet wurde, hat die Grenzen seines Sortiments erweitert. Nutzer können dort nun Bücher, Elektronikartikel, Spielzeug, Dekoartikel und Kinderartikel verkaufen und kaufen. Das Ziel? Die erste Anlaufstelle für alle Kategorien im Secondhand-Bereich zu werden.
Fallstudien: Die Auswirkungen der Erweiterung des Sortiments auf neue Konsumgewohnheiten
Die Ausweitung des Angebots von Vinted über Bekleidung hinaus hat das Verbraucherverhalten grundlegend verändert. Die Plattform dient nicht mehr nur dazu, die Garderobe aufzufrischen, sondern hat sich mittlerweile zu einer tragenden Säule des gesamten Haushaltsbudgets entwickelt und definiert die traditionellen Kaufprozesse anhand von zwei typischen Profilen neu.
Fall Nr. 1: Der Reflex der nachhaltigen Elternschaft für Haushalte
Für viele Eltern hat sich die Nutzung der App von einer rein saisonalen Angelegenheit, bei der es vor allem um den alle zwei Jahre stattfindenden Austausch von zu klein gewordenen Mänteln und Kleidungsstücken ging, zu einer systematischen Gewohnheit entwickelt, die das ganze Jahr über praktiziert wird.
Der Boom in den Kategorien „Spielzeug“ und „Bücher“ hat die Gestaltung wichtiger Momente im Familienleben, wie Weihnachten oder Geburtstage, besonders verändert. Die Suche über die App hat mittlerweile den Gang in traditionelle Geschäfte abgelöst. Langlebige Artikel, wie beispielsweise komplette Holzeisenbahnsets oder Comic-Sammlungen in einwandfreiem Zustand, werden dort regelmäßig zu einem Drittel des Neupreises erworben.
Diese Konsumgewohnheit bringt einen doppelten Vorteil mit sich:
- Finanziell: Direkte Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Euro im Jahresbudget.
- Umwelt: Verringerung des ökologischen Fußabdrucks durch den Verzicht auf den Kauf neuer Produkte, die aus der Überproduktion von Kunststoff stammen.
Fall Nr. 2: Gebrauchte Möbel und Technik für junge Berufstätige
Der Zugang zu neuen Produktbereichen wie Inneneinrichtung und Kleinelektrogeräte erweist sich für Studenten und junge Berufstätige als besonders attraktiv, insbesondere beim ersten Einzug.
Die App bietet sich als direkte Alternative zu den großen internationalen Einrichtungshäusern an, wenn es um den Kauf der Grundausstattung für ein Studio geht: Wandbilder, Vintage-Teppiche oder auch gebrauchte Bluetooth-Lautsprecher.
Zwei entscheidende Faktoren erklären diesen Wandel in den Nutzungsgewohnheiten:
- Zentralisierung: Die Möglichkeit, Einkäufe von Kleidung, Wohnaccessoires und Technikartikeln auf einer einzigen Plattform zu bündeln.
- „Frictionless“: die Nutzung einer Benutzeroberfläche und eines Zahlungssystems, die dem Nutzer bereits bekannt sind und mit denen er vertraut ist.
Die Außer-Haus-Logistik als Hebel für die Zugänglichkeit
Die Strategie von Vinted basiert auf einer einfachen wirtschaftlichen Erkenntnis: Je geringer die Logistikkosten sind, desto attraktiver wird es für die Nutzer, Waren zu tauschen – selbst solche von geringem Wert (wie ein Buch für 2 Euro oder ein kleines Spielzeug). Genau dieser Mechanismus sorgt für eine Ausweitung des gesamten Second-Hand-Marktes.
Um diese Millionen von Transaktionen reibungslos abzuwickeln, stützt sich das Einhorn auf ein Netzwerk von Industriepartnern, das Zugang zu mehr als 500.000 Abgabe- und Abholstellen (PUDO) in Europa bietet und so die breite Akzeptanz von Lieferlösungen außerhalb des eigenen Haushalts fördert, die für den Nutzer kostengünstiger und für die Allgemeinheit umweltfreundlicher sind.

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