B2B-Software: Visma überschreitet die Marke von 2,8 Milliarden Euro und etabliert sich als führender SaaS-Anbieter in Europa und Nord- und Südamerika
Im Jahr 2025 verzeichnete der norwegische Gigant Visma außergewöhnliche Finanzergebnisse und bestätigte damit die Stärke seines Geschäftsmodells sowie die Richtigkeit seiner seit jeher verfolgten Ausrichtung auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Der Umsatz des Konzerns belief sich auf 2,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Gleichzeitig stieg das bereinigte EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 18,5 % auf 975 Millionen Euro und näherte sich damit der symbolischen Marke von einer Milliarde Euro an reiner Rentabilität. Diese Entwicklung bestätigt die Widerstandsfähigkeit kritischer Unternehmenssoftware in der Realwirtschaft.
M&A vs. organisches Wachstum: Eine Analyse des Wachstums von Visma
Die treibende Kraft hinter Visma ist seine wichtigste Finanzkennzahl: der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR), der ebenfalls auf 2,8 Milliarden Euro stieg und damit im Jahresvergleich ein Gesamtwachstum von 19 % verzeichnete. Um die Mechanismen der Wertschöpfung des Unternehmens zu verstehen, muss man die Zusammensetzung dieses Anstiegs analysieren:
- Organisches Wachstum (13 %): Es belegt die Fähigkeit von Visma, seinen bestehenden Kundenstamm zu vergrößern. Dieser interne Wachstumsmotor wird durch Produktinnovationen, die kontinuierliche Umstellung langjähriger Nutzer auf die Cloud und hervorragende Abonnement-Kundenbindungsraten angetrieben.
- Externes Wachstum (6 %): Dieser Wert ist das direkte Ergebnis einer mit rasantem Tempo vorangetriebenen Strategie der Branchenkonsolidierung, in deren Rahmen im Laufe des Jahres 2025 mehr als 30 strategische Übernahmen abgeschlossen wurden.
Der Ansatz von Visma ist ein Musterbeispiel: Übernahmen dienen als Brückenkopf, um Marktanteile in neuen Regionen oder Softwarebranchen zu gewinnen (externes Wachstum). Nach ihrer Integration profitieren diese Lösungen von der vertrieblichen und technologischen Schlagkraft des Konzerns und werden so zu starken Triebkräften für organisches Wachstum. Im Jahr 2025 führte diese doppelte Dynamik zu einem sprunghaften Anstieg des Kundenstamms um 22 % auf 2,4 Millionen Organisationen und Unternehmenskunden.
Vergleich: Wie Visma die europäische SaaS-Landschaft dominiert
Auf dem europäischen Markt für Unternehmens- und Buchhaltungssoftware (ERP) hat Visma eine einzigartige Positionierung aufgebaut, die das Unternehmen vor den amerikanischen Giganten und seinen europäischen Konkurrenten schützt:
- Im Vergleich zu den globalen Giganten (SAP, Oracle): Diese Giganten richten sich mit ihren schwerfälligen, globalen Architekturen an multinationale Konzerne. Visma hingegen richtet sich an die Vielzahl von KMU und Kleinstunternehmen – einen äußerst lokal geprägten Markt, in dem die Nähe zu den nationalen Vorschriften unerlässlich ist.
- Im Vergleich zu den etablierten europäischen Anbietern (Sage in Großbritannien, Cegid in Frankreich): Auch wenn diese Anbieter dieselbe Kernzielgruppe ansprechen (Buchhaltung und Lohnabrechnung für Unternehmen), hebt sich Visma durch sein Modell der Unternehmensföderation ab. Anstatt überall eine einzige Software vorzuschreiben, übernimmt Visma die lokalen Technologieführer in den einzelnen Ländern und lässt sie unter ihrer eigenen Marke weiterarbeiten, während die Cloud-Infrastrukturen und die KI-Tools gemeinsam genutzt werden. Diese Flexibilität ermöglicht es dem Unternehmen, ein Wachstum zu verzeichnen, das über dem Durchschnitt des europäischen SaaS-Sektors liegt.
Das brasilianische Eldorado: Die Eroberung des Marktes der Kleinstunternehmer
Neben seiner marktbeherrschenden Stellung in Europa wendet Visma sein Übernahmemodell nun auch in Südamerika an. Nach der Übernahme von Conta Azul in Brasilien, Talana in Chile und Peru sowie Rindegastos und Lara in Argentinien hat der norwegische Konzern nun die Übernahme von MaisMei bekannt gegeben, der führenden brasilianischen Plattform für Kleinstunternehmer.
MaisMei wurde 2020 gegründet und hat sich zur größten privaten Plattform ihrer Art in Brasilien entwickelt, die heute 3,7 Millionen Kunden betreut. Das Unternehmen verbindet fundiertes Fachwissen im Bereich Buchhaltung mit einer intuitiven mobilen Benutzeroberfläche, um die administrativen und abrechnungstechnischen Herausforderungen von Selbstständigen zu bewältigen.
Diese Entscheidung erfolgt vor einem strategischen makroökonomischen Hintergrund: Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Südamerikas, und seine Kleinstunternehmer machen 58 % aller Unternehmen des Landes aus. Angesichts eines komplexen regulatorischen Umfelds und des explosionsartigen Anstiegs der digitalen Umsätze dürfte dieser Markt bis 2028 auf 25 Millionen Unternehmer anwachsen, was einen enormen Bedarf an Compliance-Tools mitführt, die über das Smartphone zugänglich sind.
„MaisMei hat hervorragende Arbeit geleistet und die komplexe Rechtslandschaft in Brasilien verständlich gemacht. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Einhaltung von Vorschriften, sondern darum, eine Plattform für die größte Bevölkerungsgruppe des Landes – die Unternehmer – zu schaffen“, erklärt Merete Hverven, CEO von Visma.
Ausblick 2026: Das Zeitalter der KI-Industrialisierung
Bis zum Jahr 2026 wird Visma die Früchte seiner massiven Technologieinvestitionen ernten. Künstliche Intelligenz ist mittlerweile fest in die operative Strategie des Konzerns integriert, wobei in den verschiedenen Tochtergesellschaften bereits 250 KI-Projekte umgesetzt wurden.
Für das Jahr 2026 konzentrieren sich die Perspektiven auf zwei Schwerpunkte:
- Die Monetarisierung von KI-Funktionen: Die Automatisierung der Buchhaltung, die automatische Erstellung von Gehaltsabrechnungen und die vorausschauende Erkennung von Rechnungsfehlern werden den wahrgenommenen Wert der Software bei den Kunden steigern und so zu einer Erhöhung des durchschnittlichen Warenkorbwerts pro Abonnent führen.
- Steigende Margen: Intern wird der Einsatz von KI-Codierungsassistenten durch die 15.000 Mitarbeiter des Konzerns die Forschungs- und Entwicklungskosten optimieren, sodass das EBITDA bereits 2026 problemlos die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten wird.

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